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Zeit-Stiftung · DigitalCharta

Eigentlich beschreibt Eggers in dem Buch nicht die Zukunft sondern die Gegenwart. Wer sich schon immer gefragt hat, was in den Köpfen von Menschen vorgeht, deren Intentionen auf rigorosen Datenkraken/Innovationen eines perfiden Image expandieren/oktroyieren, dabei aber die Würde, Tugend, Moral, Ethik und Freiheit anderer Menschen verletzten oder zum Eigentum erklären, der sollte dieses gute Buch lesen.

Eggers taucht ab in die Psyche einer jungen, leistungsorientierten, gruseligen Frau und entkleidet ihre luzide Metamorphose. Mae Holland, eine anfangs sympathische Angestellte einer aufstrebenden Account Managment Organisation (Der Circle), verliert sich in egozentrische Höhepunkte digitaler Errungenschaften und erblüht zu einem unterkühlten Algorithmus dekadenter Werte.

//Vorsicht Spoiler! //Dieser Horror könnte sogar noch eine Fortsetzung vertragen. Nachdem in unserer Gesellschaft alles transparent ist, sogar unsere Gedanken (im Prinzip so wie das Ende des Films A.I. Artificial Intelligence von Steven Spielberg, 2001), kommt es zu einer ökologischen Katastrophe. Mae wird zufällig durch die Amischen (engl. Amish, eine Glaubensgemeinschaft die ein stark verwurzeltes Landwirtschaftliches Leben gestaltet und teilweise ganz auf moderne Technik verzichtet) gerettet. Als unendlichen Dank versucht Mae sich wenig später bei der Gemeinde zu revanchieren, sie benötigen viel mehr Gemeinschaft, Überwachung, Technik und Transparenz … um Daten zu par-­ti-­zi­-pie­-ren …